Timisoara

Știința Miroslava gelingt Aufstieg in dramatischem Finale

Ein sensationeller Sieg am letzten Spieltag bedeutet für Știința Miroslava den Aufstieg in die zweite rumänische Fußball-Liga. Mit 61 Punkten lag die Mannschaft aus dem Kreis Jassy/Iași vor dem 30. Spieltag nur auf Platz 3, hinter FK Csikszereda/Miercurea Ciuc (63) und AFC Hărman/Honigberg (62). Alle drei Mannschaften lieferten sich über die gesamte Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in welchem bis zur Winterpause auch Atletico Vaslui mitmischte. Nach Differenzen mit der Klubführung verließen allerdings Trainer Sorin Sava sowie mehrere Spieler kurz vor Beginn der Rückrunde den Verein. Mit einem aus Jugendspielern aufgefüllten Kader verlor Atletico sämtlich Rückrundenspiele und entging dem Abstieg nur knapp. (mehr …)

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Nicht mehr nur die Zuschauer kehren dem professionellen Fußball den Rücken

Nicht mehr nur die Zuschauer kehren dem professionellen Fußball den Rücken. Vor zehn Jahren besiegten Dinamo und Rapid Bukarest im Europapokal Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC und den Hamburger SV. Heute spielt der rumänische Meister Astra Giurgiu seine Heimspiele vor 350 Zuschauern. Korrupte Funktionäre, Retortenvereine und ein schlechtes Spielniveau kennzeichnen den rumänischen Fußball dreißig Jahre nach dem Steaua Bukarest als erster osteuropäischer Verein den Europapokal der Landesmeister gewinnen konnte.

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Der rumänische Klubfußball befindet sich im freien Fall – sportlich, finanziell und vom Zuschauerinteresse her. Langjährige Erstligisten spielen nur noch in der Kreisliga und müssen über die umliegenden Dörfer ziehen. In die Fußballstadien der Erstligisten zieht es unterdessen oft weniger Menschen als zum Basketball, Handball oder Eishockey. In den internationalen Klubwettbewerben schaffen die rumänischen Vertreter meist nicht einmal mehr die Qualifikation für die Hauptrunde, auch, weil bis auf Steaua Bukarest kein Verein mehr Ablösesummen bezahlen kann.

Noch vor zehn Jahren stand die Divizia A kurz davor die Bundesliga in der UEFA-Fünf-Jahreswertung zu überholen. Dinamo Bukarest besiegte im UEFA-Pokal Bayer 04 Leverkusen und Steaua Bukarest musste sich in der UEFA-Champions-League zwar Olympique Lyon und Real Madrid geschlagen geben, setzte sich aber gegen Dinamo Kiev durch. Ein Jahr zuvor standen sich Steaua und Rapid Bukarest sogar im Viertelfinale des UEFA-Pokals gegenüber. Im Sechzehntel- und Achtelfinale setzte sich Rapid gegen Hertha BSC und den Hamburger SV durch. Das Halbfinal-Hinspiel zwischen Steaua und Middlesbrough verfolgten 50.000 Zuschauer im Lia-Manoliu-Stadion. (mehr …)

Măgura Cisnădie v. ASU Politehnica Timișoara

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POLI, UN NUME DE GLORIE, CE FACE ISTORIE, IN ROMANIA!

Letztes Saisonspiel von Politehnica Timișoara und das gleich um die Ecke in Heltau/Cisnădie. Das ist natürlich ein Pflichttermin, schließlich wird es auch das letzte Drittligaspiel der Viola sein. Der Aufstieg wurde schon am vergangenen Wochende gefeiert. Unter dem Woche gab es dann im heimischen Dan-Păltinișanu-Stadion gegen Nova Mamma Mia Becicherecu Mic vor 3.000 Zuschauern die Krönung. Nach vier Jahren kehrt der Klub damit zurück in die zweite Liga. Ein besonderer Tag für alle, auch für mich, habe ich doch immer Frühjahr 2012, während meiner Zeit in Temeswar, kaum ein Spiel der Jungs verpasst. Auf den Weg nach Heltau machten sich rund 350 Viola, die von rund 40 Gladbachern unterstützt wurden ,welche schon seit einigen Tagen zum Freundschaftsbesuch im Banat weilten. Die Stimmung auf den Rängen war solide, doch nichts außergewöhnliches – zumindest nicht für Poli, für rumänische Verhältnisse schon. Doch wer kann es den Jungs auch verübeln. Der Aufstieg stand schon fest und die Mannschaft ließ sich dazu noch mit 5-1 abschießen.

In er nächsten Saison geht es dann allerdings an das sprichwörtlich eingemachte. Die Kosten werden nochmal steigen, aber auch die Attraktivität. Erstmals in ihrer Geschichte wird die Divizia B eingleisig sein. 22 Mannschaften von Sathmar im Nordwesten bis Konstanza im Südosten werden dann dabei sein. Für die Viola wird es dann darum gehen keinen der sechs Abstiegsplätze einzunehmen. Noch will der Bürgermeister sein Kunstprojekt ACS Poli nicht beerdigen, doch ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand oder einen Gönner ist ein Überleben im rumänischen Fußball fast unmöglich. Es bleibt der Viola nur alles Gute zu wünschen und das insbesondere Fehler wie in Salzburg vermieden werden.

Poli, ein glorreicher Name, der in Rumänien Geschichte schreibt!

Corvinul Hunedoara v. Politehnica Timișoara

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Wirklich interessante Spiele hat die fünfgleisige dritte Liga nicht zu bieten und auch viele Stadien erinnern doch eher an Dorfsportplätze. Die große Ausnahme bilden ASU Politehnica Timișoara und FC Hunedoara. Letzterer Klub ist besser bekannt unter dem Namen Corvinul Hunedoara, benannt nach dem Schloss Eisenmarkt (rum. Castelul Corvinilor). Neben insgesamt 17 Jahren Erstligazugehörigkeit besteht der größte Erfolg im Erreichen der zweiten Runde des UEFA-Pokals 1982-83 gegen FK Sarajevo. Wie für so viele Mannschaften ging es im Jahrzehnt nach dem Ende der Diktatur allerdings steil bergab. Für Corvinul endete die Talfahrt im November 2004 mit dem Ausschluss aus der Divizia B. Die erste Choreografie auf den Rängen des Michael Klein-Stadions soll es im Jahr 1997 gegeben haben. Als eine wichtige Station in der Entwicklung der Fankultur wird das Auswärtsspiel in Temeswar in der Saison 1999-2000 betrachtet, als die Mannschaft von 800 Anhängern begleitet und das erste Mal eine Gruppe mit einer Zaunfahne sichtbar wurde – der Fahne von „Toxic Zone“. Mit dem „Ultras Korp“ im Jahr 2005 kann dann zum ersten Mal von einer Ultra‘-Gruppe gesprochen werden. Im selben Jahr folgte auch die Gründung der Gruppe „Distrikt Ultra’“, beide standen fortan zusammen in der Nordkurve. Gleichwohl wurde schon in den Jahren zuvor durch die Gruppen „ULTRAS“ und „Nuova Ultras Corvinul“ versucht eine neue Mentalität auf die Traversen des Stadions zu bringen. Die „Hell Boys ’07“ sind schließlich die einzige Gruppe aus diesen Tagen, die bis heute besteht.

Neben dem Vorhandensein von Fanszenen auf beiden Seiten bot die Konstellation der Freundschaften zusätzliche Brisanz. Denn die Jungs von Corvinul sind mit UTA Arad und Steaua Bukarest befreundet, den Erzrivalen von Politehnica Timișoara, welche wiederum eine Freundschaft zu Rapid Bukarest pflegen. Dementsprechend hing auch eine „Rapidfans Hunedoara“-Fahne neben den bekannten Gladbacher-Fahnen und der „Sezione Ostile“-Fahne von Olimpia Satu Mare. In der zweiten Halbzeit präsentierten die Temeswarer eine gegnerische Zaunfahne sowie einige Schals. Auf dem Rasen war der Sieg der Viola nie gefährdet und die Mannschaft bleibt damit weiter auf Aufstiegskurs.

Fußball ohne Patron (Sibiu 2015)

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Fotoalbum: https://www.flickr.com/photos/footballromania/sets/72157649848849718/

„Poli Timișoara – Vorbild für das ganze Land“ hieß es auf einem Spruchband der Sibienii. Am Samstag hatten sie, die Fans von LSS Voința Sibiu, zum „Fußball ohne Patron“-Turnier eingeladen (Fotbal fără patroni).

Die Unzufriedenheit der Fans im ganzen Land ist groß. Einnahmen aus Spielertransfers fließen in die Taschen von Präsidenten und Spielerberatern, Ergebnisse werden abgesprochen und große Klubs wie Universitatea Craiova und UTA Arad, aber auch langjährige Erstligisten wie Politehnica Iași oder Jiul Petroșani sind in der fußballerischen Bedeutungslosigkeit verschwunden, so sie denn nicht gleich ganz aufgelöst wurden. An ihre Stelle treten Mannschaften wie Săgeata Năvodari oder FC Viitorul, die ihre Spiele vor wenigen hundert Zuschauern austragen. Im Durchschnitt besuchen nicht einmal mehr 3.700 Menschen die Erstligaspiele, so wenig wie noch nie.

Als Gegenbewegung haben in den letzten drei Jahren Anhänger die selbstverwalteten Vereine FC Argeș 1953, FC Vaslui 2002 und eben Politehnica Timișoara gegründet.

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