Rumänien

Steaua lui Becali vs. Steaua Armatei

5851314595f9cf8246109c8d

Unter der Überschrift: „Marius Lăcătuș kehrt zu Steaua Bukarest zurück“, hatte der Armeesportklub „CSA Steaua Bukarest“ am Montag bekannt gegeben, wieder eine Fußballabteilung zu gründen. Ein Foto auf der Internetseite des Armeesportklubs zeigte die Steaua-Legende und Präsident Oberst Cristian Petrea bei einer Vertragsunterzeichnung. Lăcătuș soll sportlicher Leiter werden und CSA Steaua Bukarest ab der kommenden Saison in der vierten Liga an den Start gehen, hieß in dem Statement.

Mit Spannung wurde die für Mittwochvormittag einberufene Pressekonferenz erwartet, denn mehr Informationen gab es zunächst nicht. Neben dutzenden Journalisten kamen auch zahlreiche Fans nach Ghencea. Verschiedene Ultra‘-Gruppen hat zur Unterstützung von Marius Lăcătuș aufgerufen. Insbesondere für die Fans der „Peluza Sud“ ist „Steaua“ untrennbar mit der Armee verbunden. In den vergangenen zwei Jahren boykottierten die Ultras die Spiele von „FC Steaua Bukarest S.A.“ – oder wie sie den Klub von Becali abwertend nannten: „FCSB“ – und besuchten stattdessen die Spiele der Rugby-, Basketball- und Handballmannschaften von CSA Steaua Bukarest. (mehr …)

Advertisements

Cluj contra Cluj: CFR

Der ungarische Fußballverband wurde 1901 gegründet und der Klubfußball seither durch die Budapester Mannschaften dominiert. Erster Meister wurde der Budapesti Torna Club, dessen Fußballsektion 1897 gegründet wurde. Teil des ungarischen Königreichs war zu diesem Zeitpunkt auch das siebenbürgische Kolozsvár (Klausenburg). Als erster Fußballverein der Stadt gründete sich 1902 der Kolozsvári Egyetemi Atlétikai Club. In einem ersten Spiel zwischen verschiedenen Mannschaften standen sich 1905 Kolozsvári Kereskedelmi Akadémia Sportköre und Kolozsvári Athletikai Club gegenüber. Im Jahr der ersten lokalen Meisterschaft gründete sich auch der Kolozsvári Vasutas Sport Club (Klausenburger Eisenbahner Sport Klub, heute CFR 1907 Cluj).

Erfolge konnten die Eisenbahner zunächst nicht aufweisen. In der ersten Meisterschaftsrunde 1907-08 unterlagen sie in sechs Spielen sehr deutlich den Konkurrenten KAC und KASK. Erst 1910-11 gelang der erste Titelgewinn. Dieser berechtigte zur Teilnahme an der Qualifikation für die Endrunde zwischen den besten Mannschaften der ungarischen Provinzen. Als Vertreter des östlichen Bezirks unterlag die fortan als Kolozsvári Torna Club firmierende Mannschaft schon im ersten Spiel dem Kassai Athletikai Club (heute: Košice, Slowakei). Als zwei Jahre später die erste siebenbürgische Meisterschaft, mit Mannschaften aus Neumarkt am Mieresch, Hermannstadt, Deva und Miereschhall ausgetragen wurde, gewann der KTC diese ungeschlagen. Doch im Wettbewerb um die Provinzmeisterschaft scheiterten die Klausenburger abermals schon im ersten Spiel, diesmal an Bácska Szabadkai Athletikai Club (heute: Subotica, Serbien).

Am 1. Dezember 1918 tritt Siebenbürgen dem Königreich Rumänien bei und aus dem Klub der ungarischen wird nun jener der rumänischen Eisenbahn (Căile Ferate Române). Die dominierenden Mannschaften der Stadt sollten fortan allerdings Victoria Cluj (später: România Cluj) und Universitatea Cluj sein. Beide waren auch Gründungsmitglied der ersten professionellen Meisterschaftsrunde 1932-33. CFR spielte lediglich in den Runden 1934-35 sowie 1935-36 in der zweitklassigen Divizia B.

In Folge des Zweiten Wiener Schiedsspruch wurde Klausenburg am 30. August 1940 wieder ungarisch und unter dem neuen Namen Kolozsvári MÁV spielten die Siebenbürgener für ein Jahr in der viertklassigen regionalen Klausenburger Meisterschaft. Die drei folgenden Spielzeiten spielen sie in der zweiten ungarischen Liga ehe Siebenbürgen 1945 wieder an Rumänien fällt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird CFR zunächst in die drittklassige Divizia C eingeteilt, aus welcher der Aufstieg schon im ersten Jahr gelingen sollte. Vor Beginn der zweiten Meisterschaft nach Kriegsende fusionieren die Eisenbahner mit der Erstligamannschaft Ferar Cluj (früher: Kolozsvári Athletikai Club), diese konnten während des zweiten Weltkriegs einen dritten Platz sowie eine Pokalfinalteilnahme feiern. Nach nur zwei Jahren muss CFR Cluj allerdings absteigen. Mit Ausnahme eines siebenjährigen Intermezzos in den sechziger und siebziger Jahren spielten die Eisenbahner nur noch zweitklassig, in den achtzigern und neunziger mehrmals sogar drittklassig.

Im Januar 2002 steigt Árpád Pászkány, der Geschäftsführer von ECOMAX M.G, bei CFR ein. Der Mannschaft gelingt die Rückkehr in die zweite Liga und in der übernächsten Saison nach fast 30 Jahren Abstinenz schließlich die Rückkehr ins Oberhaus. Die erste Saison endete mit einem durchwachsenen elften Platz. CFR meldet allerdings für den UEFA Intertoto Cup und kann sich dort zunächst gegen FK Vėtra und Athletic Bilbao durchsetzen, scheitert dann aber an AS Saint-Étienne und der Auswärtstorregelung. In der Meisterschaft geht es für die Klausenburger weiter aufwärts. Einem fünften folgt ein dritter Platz und schließlich der Titelgewinn in der Saison 2007-08. Es folgen zwei weitere in den Jahren 2009-10 und 2011-12 sowie drei Pokalsiege und zwei Superpokalsiege. In der UEFA Champions League gastierten AS Roma, Chelsea FC, Bayern München und Manchester United in Klausenburg. Nach der Meisterschaft 2012 reicht es allerdings nur noch zu einem bescheidenen neunten sowie fünften Platz.

Im aktuellen Spieljahr stand man zur Winterpause wieder auf dem zweiten Tabellenplatz. Zwar ohne Aussicht auf die Meisterschaft, da Steaua Bukarest diese wie auch die beiden vorigen Jahren dominierte, doch schien man es wieder mit den Verfolgern Astra Giurgiu und Petrolul Ploiești aufnehmen zu können. Die Ernüchterung erfolgte Anfang Februar. Der Klub hatte schon zuvor Insolvenz angemeldet und ist damit ohnehin für die Dauer des Verfahrens von europäischen Cupwettbewerben ausgeschlossen. Aufgrund nicht bezahlter Spielergehälter wurden die Klausenburger zusätzlich mit einem Abzug von 24 Punkten bestraft, welcher die Mannschaft ans Tabellenende katapultierte.

Neben Schlussmann Mário Felgueiras, haben auch Verteidiger Ionuț Rada, Flügelspieler Mateo Sušić sowie sechs weitere Spieler den Klub aus Gruia verlassen. Gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten FC Ceahlăul Piatra Neamț reichte es am ersten Spieltags der Rückrunde nur zu einem torlosen Unentschieden, gegen Pandurii Târgu Jiu folgte eine 0-4 Niederlage im eigenen Stadion.