Cluj

Vorschau: FCSB ist Favorit auf die rumänische Meisterschaft

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Mit der Begegnung zwischen Pandurii Târgu Jiu und Politehnica Iași startet die rumänische Fußball-Liga am Freitag in die zweite Hälfte der Saison. Bis zum Ende der regulären Spielzeit stehen noch fünf Spieltage aus. Die Grenze zwischen Meisterschafts- und Abstiegsrunde verläuft zwischen CFR Cluj und Astra Giurgiu, beide Mannschaft trennt nur ein Punkt. Der Meister ist schwach in die Saison gestartet, konnte allerdings vor der Winterpause drei Spiele in Folge gewinnen. Auch das Restprogramm gibt die Qualifikation für die Meisterrunde her: Târgu Mureș, Iași, Chiajna und Botoșani sind hinter Astra plaziert. Der Abgang von Denis Alibec muss kein Qualitätsverlust bedeuten, in der ersten Saisonhälfte konnte er nicht an seine Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen. Sergiu Buș könnte seinen Platz einnehmen. Er kehrt von Sheffield Wednesday zurück nach Rumänien. In England konnte sich Buș nicht durchsetzen, stand in dieser Spielzeit nicht einmal mehr im Kader des Zweitligisten. Die Klausenburger, die ohne die sechs Strafpunkte noch besser plaziert währen, konnten Ciprian Deac zurück nach Siebenbürgen holen. (mehr …)

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Nicht mehr nur die Zuschauer kehren dem professionellen Fußball den Rücken

Nicht mehr nur die Zuschauer kehren dem professionellen Fußball den Rücken. Vor zehn Jahren besiegten Dinamo und Rapid Bukarest im Europapokal Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC und den Hamburger SV. Heute spielt der rumänische Meister Astra Giurgiu seine Heimspiele vor 350 Zuschauern. Korrupte Funktionäre, Retortenvereine und ein schlechtes Spielniveau kennzeichnen den rumänischen Fußball dreißig Jahre nach dem Steaua Bukarest als erster osteuropäischer Verein den Europapokal der Landesmeister gewinnen konnte.

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Der rumänische Klubfußball befindet sich im freien Fall – sportlich, finanziell und vom Zuschauerinteresse her. Langjährige Erstligisten spielen nur noch in der Kreisliga und müssen über die umliegenden Dörfer ziehen. In die Fußballstadien der Erstligisten zieht es unterdessen oft weniger Menschen als zum Basketball, Handball oder Eishockey. In den internationalen Klubwettbewerben schaffen die rumänischen Vertreter meist nicht einmal mehr die Qualifikation für die Hauptrunde, auch, weil bis auf Steaua Bukarest kein Verein mehr Ablösesummen bezahlen kann.

Noch vor zehn Jahren stand die Divizia A kurz davor die Bundesliga in der UEFA-Fünf-Jahreswertung zu überholen. Dinamo Bukarest besiegte im UEFA-Pokal Bayer 04 Leverkusen und Steaua Bukarest musste sich in der UEFA-Champions-League zwar Olympique Lyon und Real Madrid geschlagen geben, setzte sich aber gegen Dinamo Kiev durch. Ein Jahr zuvor standen sich Steaua und Rapid Bukarest sogar im Viertelfinale des UEFA-Pokals gegenüber. Im Sechzehntel- und Achtelfinale setzte sich Rapid gegen Hertha BSC und den Hamburger SV durch. Das Halbfinal-Hinspiel zwischen Steaua und Middlesbrough verfolgten 50.000 Zuschauer im Lia-Manoliu-Stadion. (mehr …)

UTA Arad v. Universitatea Cluj

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Viel zu bieten, egal ob auf den Rängen oder auf dem Spielfeld, hat der rumänische Fußball momentan nicht. Die Spieler der Nationalmannschaft sind überwiegend in ausländischen Klubs angestellt, im Europapokal sind die rumänischen Vertreter schon im August ausgeschieden und in der zweiten Liga kämpfen mehrere Vereine gegen den finanziellen Bankrott. Lichtblicke gibt es wenige und die ganze Tristesse des rumänischen Fußballs zeigte sich in seiner vollen Kraft in Karansebesch, am Tag vor dem Spiel zwischen Arad und Klausenburg. Gerade einmal 150 Zuschauer waren zum Spiel des Aufsteigers FC Caransebeș gegen den letztjährigen Erstligisten FC Brașov gekommen, mich eingeschlossen.

Das Spiel zwischen UTA Arad und Universitatea Cluj war dahingegen eine willkommene Abwechslung. Der Gastgeber ist mit sechs Meisterschaften und zwei Pokalsiegen noch immer die erfolgreichste Mannschaft außerhalb Bukarests. Gleichwohl liegen diese Erfolge schon Jahrzehnte zurück. In den letzten Dekaden musste man sich allzu häufig mit Zweitligafußball begnügen. Weniger erfolgreich, lediglich einmal konnte man den Cup gewinnen, ist „U“ Cluj. Auf den Rängen gehören die Anhänger beider Klubs zu den besseren des Landes, auch wenn man wie so viele Szenen in den letzten Jahren stark nachgelassen hat. Die Rivalität zwischen beiden Fanszenen ließ dementsprechend auf ein gutes Spiel hoffen. Noch bis vor einigen Jahren verband beide Seiten ein freundschaftliches Verhältnis. Das ist heute jedoch anders und so präsentierte UTA einiges an Material des Gegners, garniert mit dem Spruch „Damit ganz Europa sieht wie stark Cluj-Napoca ist“ – in Anlehnung an Klausenburg als Europäische Jugendhauptstadt und inoffizielle Hauptstadt Siebenbürgens. Darüber hinaus pflegt die „Alte Dame“ heute ein freundschaftliches Verhältnis mit Steaua Bukarest (Sud Steaua), während die „Studenten“ dem Lokalrivalen (Sud Dinamo) wohlgesonnen sind. Gleichwohl sollte man dies nicht mit einer innigen Freundschaft verwechseln. Es gab Zeiten, als die Szenen des Landes die Hauptstadtklubs hassten und diese wirken bis heute nach. Eine Freundschaft verbindet UTA vielmehr mit dem Drittligisten Corvinul Hunedoara, die Black Devils von „U“ wiederum pflegt Kontakte zu Jiul Petroșani (Noi din Vale), von einer engen Freundschaft, die gesamte Szene betreffend, lässt sich hier allerdings nicht sprechen.

Die Spiel selbst war zunächst eher träge, genau wie die Stimmung auf dem Rängen. Die Platzverhältnisse ließen wenig Raum für ansehnliches Kurzpassspiel und der bessere Dorfsportplatz – UTA baut derzeit ein neues Stadion – war zudem wenig stimmungsförderlich. Die Hausherren trafen allerdings in der Nachspielzeit der ersten Hälfte und zumindest auf den Rängen wurde es damit in der zweiten Hälfte besser und gegen Ende sogar richtig gut. Für das heutige Rumänien ein zufriedenstellender Tag, in Bundesrepublik wäre es stimmungstechnisch eher auf dem Niveau eines besseren Regionalligaspiels. Außerhalb des Stadions blieb es nach dem Spiel ruhig, die Uniformierten hatten aber auch einiges an Ausrüstung aufgefahren. Da war wenig Spielraum für die 100 Gäste und etwas mehr sportlichen Arader.