Monat: März 2016

Demonstration: Dacă n-ar fi „U“

DSC05954-2

more pictures on Flickr

Am 10. März hatte das Insolvenzgericht in Botoșani über den Insolvenzantrag von Universitatea Cluj zu entscheiden. Seit Jahren schon kämpft der Klub gegen immer steigende Schulden. Auch das Insolvenzverfahren in 2013 konnte keine positiven finanziellen Weichen stellen. Die Angestellten haben seit Monaten keine Gehaltszahlungen mehr erhalten und befinden sich momentan im Ausstand und auch die Spieler, von denen kaum einer älter als 21 ist, sind seit Monaten unbezahlt. Die Fans hatten schon vor Wochen eine Demonstration für den Tag der Entscheidung angemeldet, das Motto „Wenn „U“ nicht wäre“. Bis zu 5.000 Anhänger zogen schließlich durch die Straßen der Stadt. Am Mittag hatte der Insolvenzrichter den Vereinsveranwortlichen einen weiteren Monat Zeit gewährt. Kurzfristig konnten diese ein Dokument vorlegen, welches den Zahlungseingang einer ersten Rate von insgesamt 600.000 Euro belegt. Ein spanischer Unternehmer soll diese geleistet haben und Interesse am Klub haben. Bis zum 10. April hat der Klub nun Zeit einen Plan zu Restrukturierung vorzulegen. Die Chancen stehen gleichwohl schlecht.

Advertisements

Gaz Metan Mediaș v. Olimpia Satu Mare

DSC05768-2

more pictures on Flickr

Im Herbst erwarb der Fernsehsender DigiSport die TV-Rechte an den beiden zweiten Ligen. Seit dem finden nicht mehr alle Spiele am Samstag um 11 Uhr statt. Das Mediascher Gaz-Metan-Stadion ist eines der wenigen Zweitligastadien, welches über eine Flutlichtanlage verfügt und damit für Abendspiele prädestiniert ist. Zum Jahresauftakt erwartete Gastgeber Gaz Metan Mediaș die Mannschaft von Olimpia Satu Mare, zum ersten Mal seit zehn Jahren.

Etwa sechs Autostunden sind es von Sathmar im äußersten Nord-Westen des Landes bis nach Mediasch. Insgesamt fünfzehn Supporter und Ultras der beiden Gruppen Commando Oli und Sezione Ostile (Feindselige Sektion) mussten sich also schon am frühen Freitagvormittag auf den Weg nach Siebenbürgen machen. Auf der Heimseite versammelten sich etwa dreißig Leute hinter eine Lupii Negri-Fahne. Allerdings handelte es sich dabei eher um eine lose Gruppe von Leuten, die sich hinter eine Fahne versammelt. In alten Berichten werden zwar einige Gruppen mit Ultra‘-Charakter erwähnt, doch soll es sich dabei eher um ein paar Jugendliche gehandelt haben, denen der Verein Auswärtsfahrten und Eintrittskarten spendiert hat. Was in Rumänien lange Zeit gang und gäbe war. Nun könnte der deutsche Leser meinen, dass es sich bei dem Spiel um eine Trauerveranstaltung gehandelt haben muss, insbesondere, wenn man ihm auch noch sagt, dass im ganzen Stadion keine zweihundert Zuschauer anwesend waren. Und das war es auch. Doch kommt es gar nicht so häufig vor, dass im Stadion Fangruppen auf beiden Seiten aktiv sind.

Über eine etablierte Ultra‘-Kultur kann man in der West-Staffel nur bei Universitatea Cluj, UTA Arad und FC Brașov sprechen. Aktive Fangruppen gibt es bei CSM Râmnicu Vâlcea, Olimpia Satu Mare und FC Bihor Oradea. Bei Șoimii Pâncota, Unirea Tărlungeni, Metalul Reșița und FC Caransebeș gibt es hingegen gar keinen Support und bei FCM Baia Mare sowie Chindia Târgoviște lediglich hin und wieder einmal. Der Grund dafür ist sicher vielfältig, aber von besondere Bedeutung ist die Tatsache, dass mit Ausnahme von FC Bihor Oradea (2016 aufgelöst), FC Brașov (steht kurz vor der Auflösung), Gaz Metan Mediaș (Kleine Mittelstadt) und Șoimii Pâncota (Mäzen in einer Kleinstadt) kein Verein vor dem Jahr 2000 gegründet wurde. Vereinsauflösung, Umbenennungen, Mäzen bei Provinzklubs sowie gekaufte Lizenzen waren und sind seit der Jahrtausendwende an der Tagesordnung. Vielen Fans ist dabei auf dem Weg die Identifikation zu ihrem Verein verloren gegangen. Und auch die Repression gegen die Ultras sowie die offensichtlichen Spielabsprachen und die Korruption im Verband tragen wenig dazu bei Fußball genießen zu können.

Gaz Metan Mediaș und Olimpia Satu Mare trafen sich zuletzt im Spieljahr 2005-06 in der Divizia B, ehe sich die Wege trennten. Gaz Metan stieg zwei Jahre später in die erste Liga auf und schaffte es in der Saison 2011-12, in Folge des Lizenzentzuges gegen FC Politehnica Timișoara, sogar in die Qualifikation zur Europa League. Dort setzte man sich in der zweiten Qualifikationsrunde gegen den 1. FSV Mainz 05 durch. Für die Sathmarer ging es in die entgegengesetzte Richtung. Nach dem Abstieg in der Saison 2005-06 ging es im folgenden Spieljahr gleich noch eine Liga tiefer, in die Kreisliga. Da Sparta Mediaș allerdings kurz vor Saisonbeginn aus der dritten Liga zurückzog, blieb Olimpia noch drittklassig. Zur Winterpause wurde der Verein allerdings in den Ort Șimleu Silvaniei im Nachbarkreis Sălaj verlegt. Im Sommer 2008 stand Satu Mare also ohne überregionalen Fußballklub da. Erst 2010 stellte der Kreisrat Geld für einen neuen Fußballklub, den FC Olimpia 2010 Satu Mare, bereit, der die besten Spieler des Kreises aufnahm und gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die dritte Liga schaffte. Zwischenzeitlich spielte man noch zwei Spielzeiten als Olimpia 2008 Satu Mare mit Jugendspielern in der vierten Liga. Am Ende der Saison 2012-13 stand dann auch die Rückkehr in die zweite Liga fest, zuvor scheiterte man noch knapp an Corona Brașov. In dieser Saison schielt Mediaș noch mit einem Auge auf den Aufstieg, während Olimpia zwar nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird, aber wohl trotzdem in die Abstiegsrunde muss.